Die Elbrus-Region im Zentralkaukasus wird vom 5.642 m hohen Elbrus beherrscht, dem höchsten Berg Russlands und – bei der üblichen Grenzziehung zwischen Europa und Asien entlang des Kaukasus – höchsten Gipfel Europas. Der ruhende Vulkan besitzt zwei Gipfel und trägt eine mächtige Eiskappe, von der zahlreiche Gletscher in die umliegenden Täler fließen. Ringsum erheben sich die schroffen Fels- und Eisgipfel des Großen Kaukasus und bilden einen markanten Gegensatz zum breiten Vulkankegel des Elbrus.
Die Geschichte der Region ist eng mit den Völkern des Nordkaukasus und der Expansion des Russischen Reiches verbunden. Im 19. Jahrhundert wurde der Kaukasus über Jahrzehnte zum Schauplatz erbitterter Kämpfe zwischen der russischen Armee und verschiedenen kaukasischen Bevölkerungsgruppen. In diese Zeit fällt auch die erste dokumentierte Besteigung des Elbrus: 1829 erreichte der einheimische Bergführer Kilar Chatschirow im Rahmen einer russischen wissenschaftlich-militärischen Expedition den Ostgipfel. Der höhere Westgipfel wurde 1874 erstmals bestiegen.
Zum Kriegsschauplatz wurde der Elbrus erneut im Zweiten Weltkrieg. Beim deutschen Unternehmen „Edelweiß“ stieß die Wehrmacht 1942 tief in den Kaukasus vor. Strategisches Ziel waren vor allem die Erdölgebiete des Kaukasus und ein weiterer Vorstoß in Richtung Schwarzes Meer. Deutsche Gebirgsjäger besetzten die Hochgebirgsregion um den Elbrus und hissten im August 1942 auf dem Gipfel die Reichskriegsflagge. Die Aktion hatte kaum militärischen Wert, wurde aber von der NS-Propaganda als symbolischer Erfolg inszeniert.
Heute gehören große Teile der Landschaft zum Nationalpark Prielbrusje, der 1986 gegründet wurde. Bewaldete Täler, alpine Matten, Felsregionen und ausgedehnte Gletscher liegen hier auf engem Raum übereinander. Westliche Luftströmungen bringen Feuchtigkeit vom Schwarzen Meer, während die kontinentale Lage für große Temperaturunterschiede sorgt. Seilbahnen und Bergstationen erschließen die Südseite des Elbrus weit hinauf, abseits davon bewahrt der Zentralkaukasus jedoch seinen ausgeprägten Hochgebirgscharakter.