Der Kasbek erhebt sich im georgischen Zentralkaukasus unmittelbar an der Grenze zu Russland. Der rund 5.054 m hohe, vergletscherte Vulkan überragt das Terek-Tal um mehr als 3.000 Höhenmeter und gehört zu den markantesten Bergen Georgiens. An seinem Fuß verläuft die historische Georgische Heerstraße, die seit Jahrhunderten durch die Darialschlucht über den Großen Kaukasus führt und eine der wichtigsten Verbindungen zwischen Georgien und dem Nordkaukasus bildet.
Die erste dokumentierte Besteigung gelang 1868 den Briten Douglas Freshfield, Adolphus Moore und Charles Tucker gemeinsam mit dem Schweizer Bergführer François Devouassoud. Heute führt die klassische Route von Stepanzminda an der berühmten Gergetier Dreifaltigkeitskirche vorbei und über den Gergeti-Gletscher in die Hochregion. Technisch zählt der Normalweg nicht zu den schwierigsten Fünftausendern, doch große Höhe, Gletscherspalten, Steinschlag und schnelle Wetterwechsel verlangen alpine Erfahrung und gute Akklimatisation.
Die Region ist geologisch bis heute in Bewegung. Auf der russischen Seite des Massivs liegt der Kolka-Gletscher, der wiederholt durch ungewöhnlich schnelle Vorstöße und Gletscherkatastrophen auffiel. Besonders verheerend war das Ereignis von 2002, als eine gewaltige Eis-, Fels- und Schlammlawine durch das Genaldon-Tal raste und mehr als hundert Menschen ums Leben kamen. Auch 1902 hatte ein ähnliches Ereignis zahlreiche Opfer gefordert. Der starke Gletschervorstoß von 1969 verlief dagegen wesentlich langsamer.
Die Hochlagen rund um den Kasbek gehören zu den Schutzgebieten des Kazbegi-Nationalparks. Alpine Matten, Felswände und Gletscher bieten Lebensraum für typische Arten des Großen Kaukasus, darunter den Ostkaukasischen Tur, eine nur in diesem Gebirge vorkommende Wildziege. Der Gegensatz zwischen jahrhundertealten Siedlungen und Kirchen im Tal und der vergletscherten Hochgebirgswelt wenige Kilometer darüber prägt die Kasbek-Region bis heute.