Der 7.134 m hohe Pik Lenin erhebt sich im Transalai-Gebirge des Pamir direkt auf der Grenze zwischen Kirgisistan und Tadschikistan. Der gewaltige, stark vergletscherte Berg gilt als einer der vergleichsweise zugänglichen Siebentausender und wird deshalb häufig als erster Schritt in diese extreme Höhenklasse gewählt. Technisch ist die Normalroute moderat, doch Höhe, Wetter und lange Etappen machen den Pik Lenin zu einer ernsthaften Expedition.
Auf der kirgisischen Seite beginnt die Tour im weiten Alai-Tal, über dem die mehr als 3.000 m hohe Nordflanke des Pik Lenin aufragt. Vom Basislager auf etwa 3.600 m führt die Route über den Lenin-Gletscher und mehrere Hochlager bis auf den Gipfel. Besonders zwischen Camp 1 und Camp 2 müssen große und teilweise verdeckte Gletscherspalten überwunden werden; Steigeisen, Seiltechnik und Erfahrung im vergletscherten Hochgebirge sind daher erforderlich. Oberhalb von 6.000 m wird vor allem die enorme Höhe zur entscheidenden Herausforderung.
Die klassische Expeditionszeit liegt im Juli und August. Dann sind die Basislager geöffnet und die Chancen auf längere stabile Wetterfenster am größten. Dennoch können Stürme, Neuschnee und starke Winde jederzeit auftreten, während es auf dem Gletscher in der intensiven Höhensonne überraschend warm werden kann. Gerade dieser Gegensatz zwischen dem grünen Alai-Tal, weiten Gletschern und der kalten Gipfelregion prägt den Charakter des Pik Lenin.