Der Puyehue-Nationalpark liegt in den südchilenischen Anden zwischen tiefgrünem Regenwald und einer ausgesprochen jungen Vulkanlandschaft. Über den dichten Wäldern erhebt sich der rund 2.240 m hohe Volcán Puyehue, während sich weiter östlich das aktive Spaltensystem des Cordón Caulle erstreckt. Der Name Puyehue stammt aus dem Mapudungun und bedeutet sinngemäß „Ort der Puye-Fische“.
Der Park gliedert sich in die Bereiche Anticura, Aguas Calientes und Antillanca. In den tieferen Lagen bestimmen immergrüne Wälder, Farne und Bambus den feuchten valdivianischen Regenwald. Wenige Kilometer weiter oben verändert sich die Landschaft vollständig: Am Vulkan Casablanca liegt das Skigebiet Antillanca, darüber öffnen sich im Winter weite Schneeflächen für Skitouren. Heiße Quellen bei Aguas Calientes zeigen gleichzeitig, dass der Vulkanismus hier keineswegs Vergangenheit ist.
Besonders eindrucksvoll zeigt sich das am Cordón Caulle. Dort öffnete sich 2011 eine Eruptionsspalte und schleuderte gewaltige Mengen Asche in die Atmosphäre; die Aschewolke zog zeitweise um die halbe Erde und beeinträchtigte noch in Australien und Neuseeland den Flugverkehr. Das feuchte Pazifikklima sorgt gleichzeitig für enorme Regen- und Schneemengen. So treffen im Puyehue-Nationalpark auf engem Raum valdivianischer Regenwald, Thermalquellen, Schnee und aktive Vulkanlandschaft aufeinander.