Swanetien im Nordwesten Georgiens gehört zu den hochalpinen Regionen des Großen Kaukasus. Über den tief eingeschnittenen Tälern erheben sich stark vergletscherte Gipfel wie Tetnuldi, Ushba und Schchara. Der 5.203 m hohe Schchara an der Grenze zu Russland ist der höchste Berg Georgiens, während die doppelgipflige Ushba wegen ihrer steilen Fels- und Eisflanken zu den anspruchsvollsten Bergen des Kaukasus zählt. Der deutsch-russische Naturforscher Gustav Radde bereiste Swanetien bereits 1864 und dokumentierte Landschaft, Tierwelt und Bevölkerung der damals nur schwer zugänglichen Region.
Im Winter bietet Swanetien sowohl klassische Skitouren als auch längere Unternehmungen in den vergletscherten Hochlagen. Im Sommer führen Touren von Mestia nach Ushguli durch Gletschertäler, Wälder und alpine Wiesen und verbinden jahrhundertealte Dörfer mit den charakteristischen swanischen Wehrtürmen. Besonders gut erhalten ist Chazhashi in der Dorfgemeinschaft Ushguli, das zum UNESCO-Welterbe Oberswanetien gehört.
Die Nähe zum Schwarzen Meer bringt viel Feuchtigkeit in den westlichen Kaukasus und sorgt in höheren Lagen für schneereiche Winter. Mestia ist das Verwaltungs- und Tourismuszentrum Oberswanetiens und besitzt einen kleinen Flughafen mit Inlandsverbindungen. Weiter talaufwärts liegt Ushguli auf rund 2.100 bis 2.200 m und gehört zu den höchstgelegenen dauerhaft bewohnten Siedlungen Europas. Die abgeschiedenen Dörfer bewahren bis heute die eigene Sprache und zahlreiche Traditionen der Swanen.