Bergsteigerschule Zugspitze
Gebiet

Westgrönland

🇬🇱

Westgrönland wird vom gewaltigen Gegensatz zwischen dem Grönländischen Inlandeis und einer stark gegliederten Küste aus Fjorden, Inseln und felsigen Gebirgen geprägt. An zahlreichen Stellen schieben sich mächtige Auslassgletscher vom Inlandeis bis in die Fjorde, besonders eindrucksvoll rund um die Diskobucht und Ilulissat. Bei Kangerlussuaq reicht eine Straße nahezu bis an den Rand des Inlandeises – eine Besonderheit in Grönland und ein wichtiger Zugang für Touren und Expeditionen auf das Eis.

Das Spektrum reicht von Trekking und Bergtouren im kurzen arktischen Sommer bis zu mehrtägigen Unternehmungen auf Gletschern und dem Inlandeis. Weiter nördlich, etwa rund um Sisimiut, Ilulissat und Uummannaq, spielen im Winter auch Ski- und Hundeschlittentouren eine wichtige Rolle. Hundeschlitten werden an der Westküste nur nördlich des Polarkreises eingesetzt; die günstigste Zeit liegt meist zwischen Februar und April.

Die Bedingungen verändern sich entlang der weit nach Norden reichenden Küste erheblich. Während im südlichen Westgrönland keine echte Polarnacht herrscht, verschwindet die Sonne im hohen Norden für Wochen oder Monate vollständig; umgekehrt bringt der Sommer dort die Mitternachtssonne. Die Anreise erfolgt je nach Region über Nuuk, Kangerlussuaq, Ilulissat oder kleinere Küstenorte, von denen Boote, Helikopter und lokale Transfers weiter in die abgelegenen Fjord- und Gletschergebiete führen.

Bekannte Ziele im Gebiet
Maniitsoq
Nuuk 5m
Kangerlussuaq
Nunatarsuaq
Devil's Thumb 546m

Land

Grönland

Orte im Gebiet

Nuuk
Ilulissat
Kangerlussuaq
Sisimiut

Arktische Touren und Expeditionen in Westgrönland

Expeditionen in Westgrönland

Das Spektrum reicht von winterlichen Ski- und Hundeschlittentouren bis zu Berg-, Trekking- und Gletscherunternehmungen im kurzen arktischen Sommer. Besonders rund um Sisimiut, Ilulissat und weiter nördlich führen Touren durch weitgehend unerschlossene Fjord- und Gebirgslandschaften. Eisbären gehören zwar zu Grönland, sind an der mittleren Westküste jedoch selten; die Wahrscheinlichkeit einer Begegnung steigt vor allem im hohen Norden. Bei Touren in abgelegenen Gebieten müssen aktuelle Sichtungen und entsprechende Sicherheitsmaßnahmen deshalb berücksichtigt werden.

Anreise & Logistik Westgrönland

Wichtige Zugänge sind Kangerlussuaq, Nuuk und Ilulissat. Von dort erfolgt der Weitertransport je nach Region mit Boot, Helikopter, Hundeschlitten oder Schneemobil. Eine zunehmend wichtige Rolle spielt auch die Kreuzfahrtindustrie: Vor allem Nuuk und Ilulissat werden im Sommer regelmäßig von Kreuzfahrt- und Expeditionsschiffen angelaufen, kleinere Orte ebenfalls saisonal. Die wachsenden Besucherzahlen bringen Einkommen in abgelegene Gemeinden, führen aber zugleich zu Diskussionen über Belastungsgrenzen, lokale Wertschöpfung und einen verträglichen Umgang mit Natur und Bevölkerung.

Saison & Polarlicht in Westgrönland

Für winterliche Unternehmungen gelten besonders Februar bis April als gute Zeit; Schneelage und Meereis werden durch die Erwärmung jedoch zunehmend wechselhaft. Im Sommer ermöglichen lange Tage und nördlich des Polarkreises die Mitternachtssonne ausgedehnte Touren. Nordlichter sind während der dunklen Jahreszeit möglich, eine echte Polarnacht tritt jedoch erst in den weiter nördlich gelegenen Teilen Westgrönlands auf.

Gut zu wissen:

Gesetzlich geschützte Tradition: Nördlich des Polarkreises ist Westgrönland bis heute klassisches Hundeschlittenland. Um den ursprünglichen Grönländischen Schlittenhund zu schützen, dürfen dort grundsätzlich keine anderen Hunderassen eingeführt werden. Zur Kultur gehört auch der Qivittoq – gewissermaßen der „Yeti Grönlands“: ein Mensch, der sich freiwillig oder nach seiner Ausstoßung in die Wildnis zurückzieht und in den Überlieferungen zu einem rastlosen Geist wird. Bis ins 20. und frühe 21. Jahrhundert wurden vermisste Personen, die nach einem Streit in die Berge flüchteten, offiziell im Sprachgebrauch als Qivittoq bezeichnet. Geschichten über Begegnungen mit einem Qivittoq werden in Grönland bis heute erzählt. So meiden viele Jäger bestimmte Täler in Westgrönland und binden ihre Hunde nachts besonders fest an, weil das Flüstern des Qivittoq im Wind an der Tagesordnung ist.

Beste Reisezeit für Westgrönland

Polarexpeditionen
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Skitouren
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Bekannte Ziele in Westgrönland

Stadt

Maniitsoq

Maniitsoq ist eine Küstenstadt mit 2.500 Einwohnern auf einer Insel im zerklüfteten Archipel Westgrönlands. Der grönländische Name bedeutet "unebener Ort" und beschreibt die schroffe Topografie treffend.

Sonstige 5 m

Nuuk

Nuuk ist die Hauptstadt Grönlands und größte Stadt der Insel mit 19.903 Einwohnern. Die ehemalige dänische Kolonie Godthaab wurde 1728 von Hans Egede gegründet. Das arktische Zentrum dient als Ausgangspunkt für Polarexpeditionen ins Grönländische Inlandeis.

Stadt

Kangerlussuaq

Kangerlussuaq ist der zentrale Flughafen Grönlands und wichtigster Ausgangspunkt für Expeditionen ins Inlandeis. Der Ort entstand als amerikanischer Armeestützpunkt und liegt nur 35 km vom grönländischen Eisschild entfernt.

Aussichtspunkt

Point 660

Point 660 ist eine kleine Anhöhe an der Eiskante des Russell-Gletschers in Westgrönland. Von hier startet die Inlandeis-Durchquerung mit dem ersten Aufstieg durch den Gletscherbruch.

Gipfel

Nunatarsuaq

Nunatarsuaq ist ein Nunatak in der Melville Bay Region im nordwestlichen Grönland. Der isolierte Felsgipfel ragt aus dem grönländischen Eisschild hervor. Bei weiterem Gletscherrückgang wird der Nunatak zu einer Insel.

Gipfel 546 m

Devil's Thumb

Der Devil's Thumb erhebt sich 546 m hoch auf Kullorsuaq Island im nordwestlichen Grönland. Der markante Felsgipfel dient seit jeher als Orientierungspunkt für Arktisnavigation in der Melville Bay.

Gipfel 1.108 m

Anoritooq

Anoritooq ist ein 1.108 m hoher Nunatak in Nordwestgrönland. Der isolierte Felsgipfel ragt aus dem grönländischen Inlandeis im Upernavik-Archipel heraus.

Gipfel

Wandel Land

Wandel Land ist ein 15,7 km langer Nunatak in der Avannaata-Gemeinde Nordwestgrönlands. Der höchste Punkt erreicht 981 m und liegt im zentralwestlichen Teil des Massivs.

Gipfel 1.170 m

Uummannaq

Der Uummannaq erhebt sich als 1.170 m hoher, isolierter Berg auf einer kleinen Insel im Uummannaq-Fjord in Westgrönland. Der herzförmige Gipfel aus Granit und Gneis gilt als markantester Berg der arktischen Westküste Grönlands.

Gipfel 772 m

Ukkusissat

Der Ukkusissat erhebt sich auf 772 m südöstlich des Flughafens von Nuuk in Westgrönland. Der Berg bildet den Endpunkt einer langen Gebirgskette auf einer Halbinsel im Nuup Kangerlua, dem längsten Fjord Südwestgrönlands.

Dorf

Narsarsuaq

Narsarsuaq ist eine kleine Siedlung in Südgrönland mit 123 Einwohnern. Der Ort entwickelte sich um den ehemaligen US-Militärflugplatz Bluie West One aus dem Zweiten Weltkrieg. Seit 2026 dient der Flugplatz nur noch als Heliport.

Gletscher

Harald Moltke Glacier

Der Harald Moltke Glacier liegt im äußersten Nordwesten Grönlands nördlich der Thule Air Base. Der über 5 km lange und 1.500 m breite Gletscher speist den Wolstenholme Fjord. Zusammen mit drei weiteren Gletschern bildet er eine der größten Eismaschinen der Welt.

Basecamps in Westgrönland

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