Die Issyk-Kul-Region im östlichen Kirgistan liegt in einem mächtigen Hochgebirgsbecken zwischen dem Küngöy-Alatau im Norden und dem Terskei-Alatau im Süden. Im Zentrum liegt der rund 1.600 m hoch gelegene Issyk-Kul, dessen große Wasserfläche selbst im Winter überwiegend eisfrei bleibt; lediglich flache Buchten und Uferbereiche können zufrieren. Im äußersten Osten der Region erhebt sich das vergletscherte Hochgebirge um Khan Tengri und den 7.439 m hohen Dschengisch Tschokusu, den höchsten Gipfel Kirgistans und des gesamten Tian Shan. Der russische Geograph Pjotr Semjonow-Tjan-Schanski erforschte 1856 und 1857 den Issyk-Kul und drang als einer der ersten europäischen Wissenschaftler tief in den damals kaum erforschten Tian Shan vor.
Für Bergsteiger und Trekkingreisende bietet die Region ein breites Spektrum. Rund um Karakol führen mehrtägige Touren durch die Täler des Terskei-Alatau, über hohe Pässe und zu abgelegenen Gletschern. Deutlich anspruchsvoller sind Expeditionen in das Hochgebirge von Khan Tengri und Dschengisch Tschokusu, wo große Gletscher, hohe Lager und technische Hochtouren den Charakter bestimmen. Mit dem fast 60 km langen Südlichen Inylchek-Gletscher liegt hier einer der größten Gebirgsgletscher Zentralasiens.
Karakol ist das wichtigste touristische und alpinistische Zentrum am östlichen Issyk-Kul und Ausgangspunkt für Touren in den Terskei-Alatau. Weiter östlich führen abgelegene Zufahrten Richtung Sary-Jaz und Inylchek zu den großen Expeditionsbergen an der Grenze zu China. Das kontinentale Hochgebirgsklima bringt kalte Winter, starke Temperaturunterschiede und rasche Wetterwechsel; im Sommer bestimmen lange Tage und kurze Hochgebirgsfenster die Bedingungen für Trekking und Expeditionen.