Island liegt im Nordatlantik auf dem Mittelatlantischen Rücken, genau dort, wo die nordamerikanische und die eurasische Erdplatte auseinanderdriften. Die Insel ist knapp ein Drittel so groß wie Deutschland, wirkt außerhalb der Küstenregionen aber nahezu menschenleer. Im Landesinneren beginnt das isländische Hochland — eine gewaltige Wildnis aus schwarzen Sand- und Lavawüsten, Vulkanen, heißen Quellen und Gletschern. Rund ein Zehntel des Landes liegt noch heute unter Eis. Allein der Vatnajökull, Europas größte Eiskappe nach Volumen, bedeckt eine Fläche, die mehr als zehnmal so groß wie Hamburg ist. Von seinen Gletscherzungen strömen mächtige Flüsse durch breite Sanderflächen Richtung Meer. Die Küsten sind von Fjorden, Steilküsten und schwarzen Stränden geprägt. Fast zwei Drittel aller Isländer leben im Großraum Reykjavík — während weite Teile des Hochlands praktisch unbewohnt bleiben.
Island ist eine parlamentarische Republik mit knapp 400.000 Einwohnern — damit leben im ganzen Land weniger Menschen als in Nürnberg. Die Hauptstadt Reykjavík zählt rund 140.000 Einwohner. Das Althing gehört zu den ältesten Parlamenten der Welt und geht auf das Jahr 930 zurück. Die Amtssprache Isländisch hat sich aus dem Altnordischen entwickelt und ist diesem bis heute ungewöhnlich nahe geblieben. Die evangelisch-lutherische Kirche ist verfassungsrechtlich Staatskirche, gleichzeitig herrscht Religionsfreiheit. Die dauerhafte Besiedlung Islands begann im späten 9. Jahrhundert vor allem durch nordische Siedler. Während sich Höfe und Ortschaften entlang der Küsten entwickelten, blieb das raue Hochland über Jahrhunderte eine kaum erschlossene Welt. Heute führen einige der eindrucksvollsten Trekkingrouten Europas mitten durch diese Landschaft aus Feuer und Eis.