KKroatien liegt zwischen Mitteleuropa und dem Balkan und zieht sich vom flachen pannonischen Norden bis zur zerklüfteten Adriaküste. Dazwischen erheben sich die Dinarischen Alpen, ein wildes Karstgebirge aus hellem Kalkstein, tief eingeschnittenen Schluchten, unterirdischen Flüssen und unzähligen Höhlen. Mit 1.831 m bildet der Sinjal im Dinara-Massiv den höchsten Punkt des Landes. Besonders eindrucksvoll ist der Velebit, der sich über weite Strecken unmittelbar hinter der Küste erhebt. Weiter südlich rückt das Biokovo-Gebirge noch näher ans Meer: Seine Felswände steigen fast unmittelbar aus der Adriaküste auf. Vor dem Festland liegt eine außergewöhnlich stark gegliederte Inselwelt mit mehr als tausend Inseln, Inselchen und Felsen. Das Meer und das Gebirge liegen hier oft nur wenige Kilometer auseinander.
Kroatien ist eine parlamentarische Republik mit knapp 3,9 Millionen Einwohnern und der Hauptstadt Zagreb. Die Kroaten bilden die große Bevölkerungsmehrheit, die bedeutendste Minderheit sind die Serben. Amtssprache ist Kroatisch. Die Deklaration über Namen und Stellung der kroatischen Schriftsprache von 1967 wurde zu einem wichtigen Symbol für die sprachliche und kulturelle Eigenständigkeit innerhalb Jugoslawiens. Die Bevölkerung ist überwiegend römisch-katholisch geprägt. Über Jahrhunderte bildeten die schwer zugänglichen Gebirge im Landesinneren zugleich Grenz- und Rückzugsräume zwischen der Adriaküste, Mitteleuropa und dem Osmanischen Reich.
Besonderheit: Kroatiens Landschaft setzt sich unter der Wasseroberfläche fort. Viele der langgestreckten Adriainseln verlaufen parallel zur Küste, weil sie geologisch nichts anderes als die Gipfel und Rücken eines teilweise vom Meer überfluteten Gebirgsreliefs sind. Dadurch entstand die charakteristische dalmatinische Küste: ein scheinbares Labyrinth aus Inseln, schmalen Meeresarmen und kahlen Kalksteinrücken – eine Küstenform, die nach Dalmatien sogar ihren geografischen Namen erhielt.