AVS-Hütte am Wallfahrtsort in den Sarntaler Alpen
In den Sarntaler Alpen, südlich der Kassianspitze, liegt auf 2.296 m das Schutzhaus Latzfonser Kreuz. Etwas unterhalb steht die Wallfahrtskirche am Latzfonser Kreuz, einer der höchstgelegenen Wallfahrtsorte Europas. In den Sommermonaten ist dort der Schwarze Herrgott untergebracht, ein schwarzes, geschnitztes Kruzifix.
Auf der „Sarntaler Hufeisentour“ übernachten wir hier. Drei Gipfel sind von der Hütte aus nah: Auf markiertem Steig ist die Kassianspitze (2.581 m) in 45 Minuten erreicht. Samspitze (2.563 m) und Ritzlar (2.528 m) erreicht man in je 1 Stunde, der Ritzlar ist etwas ausgesetzt. Die Überschreitung aller drei dauert ungefähr 2 Stunden.
Übernachten auf dem Schutzhaus Latzfonser Kreuz
Die Hütte gehört dem Alpenverein Südtirol (AVS), geführt wird sie von der Pfarrei Latzfons. Übernachtet wird in Mehrbettzimmern und im Lager.
Zustieg zum Schutzhaus Latzfonser Kreuz
Die Hütte ist nur zu Fuß erreichbar. Vom Parkplatz Kasereck (1.959 m) sind es 1½ Stunden. Von den Parkplätzen Steineben oder Kühhof führt der Weg über die Klausner Hütte in etwa 2 Stunden herauf. Ab Reinswald geht es über die Gertrumalm und die Lückl-Scharte (2.376 m), den Übergang zwischen Tinnetal und Durnholzer Tal, in 3 Stunden zur Hütte. Aus Durnholz (1.558 m) dauert der Aufstieg 2½ Stunden.
Übergänge verbinden die Hütte mit der Klausner Hütte (1 Stunde), der Radlseehütte (2½ Stunden), dem Rittner-Horn-Haus (4½ Stunden) und der Flaggerschartenhütte (4 bis 5 Stunden).
Gut zu wissen:
1743 entstand am Latzfonser Kreuz eine kleine Kapelle. 1860 wurde sie durch die heutige Kirche ersetzt, zu der ein Kreuzweg mit 15 Stationen hinaufführt. Um 1800 wurde die erste Hütte für Pilger gebaut, 1850 brannte das Hospiz ab. Die Sektion Bozen des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins (DuOeAV) bot später Geld für eine Erweiterung an und wollte die Hütte schließlich kaufen. Beides lehnte die Gemeinde Latzfons ab. 1947 wurde das Gebäude wegen Baufälligkeit geschlossen. Pfarrer Bartholomäus Terzer kaufte die Ruine, und freiwillige Helfer bauten das Schutzhaus wieder auf. Am 28. Mai 1952 wurde es eingeweiht.