Der Amboseli-Nationalpark liegt im Süden Kenias unmittelbar nördlich der Grenze zu Tansania. Über der flachen Savanne erhebt sich der Kilimandscharo, der mit 5.895 m höchste Berg Afrikas. Obwohl der Vulkan bereits auf tansanischem Staatsgebiet liegt, gehört sein Blick über Elefantenherden und die weiten Ebenen zu den charakteristischen Landschaftsbildern Amboselis. Der Nationalpark selbst umfasst knapp 400 Quadratkilometer und wurde 1974 eingerichtet.
Die Landschaft besteht aus offenen Grasflächen, Akazienbeständen, dem zeitweise überfluteten Amboseli-See und überraschend grünen Sümpfen. Deren Wasser stammt zu einem erheblichen Teil vom Kilimandscharo: Niederschläge versickern an seinen bewaldeten und vulkanischen Hängen und gelangen unterirdisch in das Amboseli-Becken, wo sie als Quellen und Grundwasser wieder an die Oberfläche treten. Deshalb finden Elefanten, Büffel und zahlreiche andere Tiere selbst während der Trockenzeit Wasser. Gerade die großen Elefantenherden sind zum Wahrzeichen des Parks geworden.
Der Wechsel zwischen Regen- und Trockenzeiten bestimmt das Leben im gesamten Amboseli-Ökosystem. In den trockenen Monaten sammeln sich viele Tiere an den permanenten Sümpfen; mit dem Regen verteilen sich Zebras, Gnus, Elefanten und andere Großtiere wieder weit über die umliegenden Savannen. Diese Wanderungen reichen über die Grenzen des vergleichsweise kleinen Nationalparks hinaus bis in benachbarte Schutz- und Weidegebiete. Amboseli ist deshalb weniger eine abgeschlossene Wildnis als Teil einer großen, seit Jahrhunderten auch von den Maasai und ihren Viehherden geprägten Kulturlandschaft. Seit 1991 ist das gesamte Gebiet als UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt.