Die Barun-Region im Osten Nepals gehört zu den landschaftlich ursprünglichsten Gebieten des Himalaya. Das tief eingeschnittene Barun-Tal steigt innerhalb kurzer Entfernung aus subtropischen Wäldern in die vergletscherte Hochgebirgswelt des Makalu auf. Mit 8.485 m ist dieser der fünfthöchste Berg der Erde und bildet an der Grenze zu Tibet den beherrschenden Gipfel der Region. Gemeinsam mit Bergen wie dem Chamlang und zahlreichen vergletscherten Sechs- und Siebentausendern umschließt er eine außergewöhnlich abgeschiedene Hochgebirgslandschaft.
Das Barun-Tal ist Teil des Makalu-Barun-Nationalparks und zeichnet sich durch enorme Höhenunterschiede und entsprechend unterschiedliche Vegetationszonen aus. Feuchte Wälder gehen mit zunehmender Höhe in Rhododendron- und Nadelwälder, alpine Matten und schließlich in Fels, Schnee und Gletscher über. Die Abgeschiedenheit und die starken klimatischen Gegensätze haben eine außergewöhnlich artenreiche Pflanzenwelt entstehen lassen. Der Barun-Fluss wird dabei von Schnee, Gletschern und zahlreichen Gebirgsbächen gespeist und entwässert das Tal nach Süden zum Arun.
Bergsteigerisch reicht das Spektrum von langen, abgelegenen Trekkings bis zu Expeditionen auf einige der höchsten Berge der Erde. Die Erstbesteigung des Makalu gelang 1955 einer französischen Expedition unter Leitung von Jean Franco. Lionel Terray und Jean Couzy standen als Erste auf dem Gipfel; in den folgenden beiden Tagen erreichten auch die übrigen Bergsteiger der Expedition den höchsten Punkt – eine für die damalige Zeit außergewöhnliche Leistung an einem Achttausender.