Der Ngorongoro-Krater liegt in den Crater Highlands im Norden Tansanias und zählt zu den größten intakten, nicht mit Wasser gefüllten Calderen der Erde. Seine steilen Wände fallen bis zu rund 600 m zum etwa 260 Quadratkilometer großen Kraterboden ab. Dort leben auf engem Raum Zehntausende Wildtiere, darunter Gnus, Zebras, Büffel, Löwen und die seltenen Spitzmaulnashörner. 1892 erreichte der österreichische Forschungsreisende Oscar Baumann als erster Europäer den Krater und beschrieb die Landschaft.
Gewandert wird jedoch nicht durch den Krater selbst, sondern durch die Schutzzone und das Hochland rundherum. Mehrtägige Trekkings führen durch die Ngorongoro Conservation Area über vulkanische Hochflächen, an Kraterrändern und durch das Weideland der Maasai bis zum Empakaai-Krater und weiter in Richtung Lake Natron. Dort erhebt sich der aktive Vulkan Ol Doinyo Lengai, der „Berg Gottes“ der Maasai. Die traditionelle Erklärung des Namens Ngorongoro führt ihn auf den Klang von Viehglocken zurück – ein Hinweis auf die jahrhundertealte Bedeutung der Viehzucht in der Region.
Die Caldera entstand vor rund zwei bis drei Millionen Jahren, als ein gewaltiger Vulkan nach großen Eruptionen in sich zusammenbrach. Heute gehört der Krater zur weit größeren Ngorongoro Conservation Area, die westlich an den Serengeti-Nationalpark grenzt. Durch deren Ebenen ziehen saisonal auch die großen Gnu- und Zebraherden der Großen Migration. Seit 1979 gehört das Schutzgebiet zum UNESCO-Welterbe; wegen der außergewöhnlichen archäologischen Fundstätten wie der Olduvai-Schlucht wurde es 2010 zusätzlich als Kulturerbe anerkannt.