Der 7.495 m hohe Pik Ismoil Somoni dominiert den tadschikischen Pamir, eine gewaltige Hochgebirgslandschaft im Herzen Zentralasiens. Breite Hochtäler, kahle Hochflächen und mächtige vergletscherte Gebirgsketten prägen das sogenannte „Dach der Welt“. Im Westen schneiden sich tiefe Schluchten in die Berge, während sich im Osten eine trockene, fast tibetisch anmutende Hochfläche auf meist mehr als 3.500 m ausbreitet. Mitten durch diese Bergwelt zieht sich der Fedtschenko-Gletscher über mehr als 70 km – er gilt als längster Gletscher außerhalb der Polarregionen.
Der Pamir ist zugleich Lebensraum und jahrhundertealter Verkehrsraum. Entlang der Täler und Hochflächen leben Pamiri und kirgisische Gemeinschaften, deren Siedlungen oft weit voneinander entfernt liegen. Viehzucht mit Schafen, Yaks und Ziegen prägt besonders die Hochlagen. Die alte Pamirstraße verbindet heute Duschanbe mit dem Osten Tadschikistans und folgt teilweise historischen Wegen, die einst Afghanistan, China und das Ferghanatal miteinander verbanden.
Eine wichtige Rolle bei der Erforschung spielte die deutsch-sowjetische Alai-Pamir-Expedition von 1928. Unter organisatorischer Leitung von Willi Rickmer Rickmers kartierten Wissenschaftler große Teile des bis dahin nur unzureichend vermessenen Gebirges und untersuchten erstmals systematisch den Fedtschenko-Gletscher. Im Rahmen dieser Expedition gelang Karl Wien, Eugen Allwein und Erwin Schneider die Erstbesteigung des 7.134 m hohen heutigen Pik Ibn Sina, besser bekannt unter seinem früheren Namen Pik Lenin. Damals war dies der höchste vollständig bestiegene Gipfel der Erde.
Große Teile des zentralen und östlichen Pamir gehören heute zum Tadschikischen Nationalpark, der mit rund 2,6 Millionen Hektar fast ein Fünftel Tadschikistans einnimmt und seit 2013 UNESCO-Weltnaturerbe ist. In dieser kargen Hochgebirgswelt leben Marco-Polo-Schafe und Schneeleoparden; dazwischen liegen riesige Gletscher und Hochgebirgsseen wie Karakul und Sarez. Niederschläge sind besonders im östlichen Pamir äußerst gering, die Winter lang und bitterkalt – selbst die kurzen Sommer bleiben vom extremen kontinentalen Höhenklima geprägt.