Stützpunkt am Normalweg auf den Gran Paradiso
Das Rifugio Vittorio Emanuele II der Sektion Turin des Club Alpino Italiano (CAI) liegt auf 2.732 m in der Gran-Paradiso-Gruppe. Auf der Ostseite des Valsavarenche-Tals steht die Hütte am Ufer des Lago Moncorvé auf der Montcorvé-Hochfläche, mitten im Nationalpark Gran Paradiso. Ihre Bauform erinnert an eine Luftschiffhalle: eine Halbtonne mit Aluminiumdach.
Zusammen mit dem Rifugio Federico Chabod (2.710 m) ist die Hütte der am häufigsten genutzte Stützpunkt für die Besteigung des Gran Paradiso (4.061 m). Weitere Gipfelziele sind Becca de Montcorvé (3.875 m), Charforon (3.640 m), Mont Tresenta (3.609 m) und Becca de Montchair (3.544 m). Auf der Hochtour „Gran Paradiso und Mont Blanc“ übernachten wir hier.
Übernachten auf dem Rifugio Vittorio Emanuele II
Die Hütte hat etwa 152 Schlafplätze. Weitere Schlafplätze gibt es in Containern an der Nordwestfassade, zu denen ein eigener Sanitärbereich im Freien gehört. Während der Saison ist die Hütte meist stark belegt. Als Winterquartier und Notlager dient die alte Hütte von 1884 mit 21 Schlafplätzen.
Zustieg zum Rifugio Vittorio Emanuele II
Talort ist Pont (1.899 m), ein Ortsteil von Valsavarenche am Ende der Straße durch das Valsavarenche-Tal. Von dort sind es etwa 2,5 Stunden zur Hütte, ohne technische Schwierigkeiten (italienische Bewertung E). Der Weg führt erst taleinwärts nach Süden, dann durch lichten Wald, über Wiesen und Moränengelände hinauf. Übergänge verbinden die Hütte außerdem mit dem Bivacco Ivrea (2.770 m), dem Rifugio Città di Chivasso (2.604 m) und dem Rifugio Vittorio Sella (2.584 m).
Gut zu wissen:
Namensgeber ist König Viktor Emanuel II., der das Gebiet ab 1854 als Jagdrevier erwarb und damit zum Schutz der Steinböcke beitrug, die bis heute in der Umgebung leben. Wenige Meter unterhalb der ersten Hütte entstand 1954 der Neubau, der 1963 erweitert wurde; 2013 kam ein neuer Speisesaal hinzu. Die Erstbesteiger des Gran Paradiso, John Jermyn Cowell und William Christopher Dundas, gingen am 4. September 1860 die Route, die bis heute als Normalweg über die Hütte führt. Bei der Hütte steht eine kleine Kapelle der Madonna Regina della Valle d'Aosta, 1968 geweiht.