Das Altaigebirge erstreckt sich über Russland, Kasachstan, die Mongolei und China und bildet einen gewaltigen Gebirgsraum zwischen der sibirischen Taiga im Norden und den trockenen Steppen und Halbwüsten Zentralasiens im Süden. Lange Gebirgsketten, weite Hochflächen und tief eingeschnittene Täler bestimmen die Landschaft. Nach Südosten wird das Klima zunehmend trockener, während die höheren und feuchteren Gebiete im Nordwesten stark vergletschert sind. Höchster Gipfel ist die Belucha mit 4.506 m im russischen Altai unmittelbar an der Grenze zu Kasachstan.
Die Belucha ist zugleich das historische Zentrum des Alpinismus im Altai. Nach mehreren früheren Versuchen erreichten die russischen Brüder Michail und Boris Tronov 1914 erstmals den Ostgipfel. Bis heute verlangen Touren im zentralen Altai wegen großer Entfernungen, Gletschern, rascher Wetterwechsel und der dünnen Infrastruktur erheblich mehr logistischen Aufwand als in den klassischen Gebirgsregionen Europas. In den abgelegenen Grenzregionen können zusätzlich Genehmigungen erforderlich sein.
Teile des russischen Altai gehören als „Goldene Berge des Altai“ zum UNESCO-Weltnaturerbe. Dazu zählen das Altai-Naturreservat am Telezker See, das Katun-Naturreservat mit der Belucha sowie die abgelegene Ukok-Hochebene. Hier reicht die Vegetation auf engem Raum von Steppe und Taiga über alpine Matten bis zu Gletschern. Die schwer zugänglichen Hochgebirgsräume gehören zudem zum Lebensraum des seltenen Schneeleoparden – ein Sinnbild für die bis heute außergewöhnliche Wildheit des Altai.