Nördlichstes Schutzhaus Südtirols über Kasern
Über dem Talort Kasern (Casere) liegt auf 2.441 m in den Hohen Tauern die Birnlückenhütte. Sie ist das nördlichste Schutzhaus Südtirols, im Naturpark Rieserferner-Ahrn nahe dem Nationalpark Hohe Tauern. Seit 1999 gehört sie der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol. Seit 2015 unterstützt eine paritätische Kommission aus Vertretern der öffentlichen Hand, des Alpenvereins Südtirol (AVS) und des Club Alpino Italiano (CAI) das Land bei der Verwaltung.
Auf der „Dreiländertour“ durch das Zillertal übernachten wir hier. Von der Hütte aus geht es auf die Dreiherrnspitze (3.499 m) in etwa 4 Stunden und auf den Klockerkarkopf (2.912 m) in etwa 2 Stunden.
Übernachten auf der Birnlückenhütte
Seit den 1980er-Jahren führt eine Familie die Birnlückenhütte als Rifugio-Albergo. Weil die Hütte nur über sehr steile und schmale Wege erreichbar ist, erfolgt die Versorgung per Hubschrauber. Zwischen 1987 und 1999 bekam die Hütte eine Kläranlage und eine Wasseraufbereitung. Im Sommer kann das Wasser wegen der exponierten Lage gelegentlich knapp werden.
Zustieg zur Birnlückenhütte
Vom gebührenpflichtigen Parkplatz in Kasern verläuft die Markierung Nr. 13 über Heilig Geist zur Jausenstation Lahner Alm. Danach geht es steil hinauf, insgesamt sind es etwa 3 Stunden. Von Krimml kommt man über das Krimmler Tauernhaus und die Birnlücke herüber. Übergänge führen zur Warnsdorfer Hütte (3 Stunden), zur Lenkjöchlhütte (5 Stunden) und zur Richterhütte (7 Stunden). Über die Via Vetta d'Italia geht es zum Rifugio Vetta d'Italia und weiter über die Forcella di Campo zur Plauener Hütte.
Gut zu wissen:
Der Prettauer Gastwirt Alois Voppichler errichtete die Hütte 1900 als dreistöckigen Bau, damals auch Bockegghütte genannt. Nach einer Pause im Ersten Weltkrieg war sie bis 1927 bewirtschaftet. 1938 enteignet, diente sie der Finanzwache. Die Militärbrigade Tridentina gab ihr den Namen Rifugio Tridentina. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie teilweise zerstört und 1969/1970 vom italienischen Heer instand gesetzt. 1975 übernahm die CAI-Sektion Bruneck, die sie 1977 wiedereröffnete. Ende 2010 lief die Konzession des CAI aus.