Höchste Hütte des DAV zwischen zwei Gletschern
10 Kilometer Luftlinie von Vent entfernt liegt auf 3.277 m das Brandenburger Haus in den Ötztaler Alpen. Die Schutzhütte der Sektion Berlin des Deutschen Alpenvereins (DAV) steht auf einer Felsinsel zwischen Gepatsch- und Kesselwandferner, am lawinensicheren Südhang der Dahmannspitze, die nach dem Architekten der Hütte benannt ist. Keine andere Schutzhütte des DAV ist höher gelegen.
Die Dahmannspitze (3.397 m) ist in einer halben Stunde erreicht. Fluchtkogel (3.494 m), Kesselwandspitze (3.414 m) und Mutspitze (3.257 m) sind je 1½ Stunden entfernt. Zur Weißkugel (3.739 m) sind es 5½ Stunden.
Übernachten auf dem Brandenburger Haus
Die Hütte hat 60 Schlafplätze. Trink- und Brauchwasser kommt aus einem Schneefeld auf 3.300 m. Weil es abgeschmolzen war, musste die Hütte im September 2025 vorzeitig schließen. Im August 1998 wurde eine Abwasser- und Komposttoilettenanlage eingeweiht, finanziell unterstützt vom Bundesland Brandenburg. Einen Winterraum gibt es nicht mehr: Er wurde 1921 wegen Vandalismus geschlossen.
Zustieg zum Brandenburger Haus
Von Vent (1.894 m) führt der Hauptzustieg über die Rofenhöfe zum Hochjochhospiz (2.413 m). Weiter geht es über den Deloretteweg und den Kesselwandferner, insgesamt dauert der Weg 5 bis 6 Stunden. Aus dem Kaunertal sind es vom Gepatschhaus (1.928 m) 3 Stunden zur Rauhekopfhütte (2.731 m). Danach folgen 2½ bis 3 Stunden über den spaltenreichen Gepatschferner. Übergänge führen zum Hochjochhospiz (2 Stunden), zur Rauhekopfhütte (2 bis 3 Stunden) und zur Weißkugelhütte (2.544 m) in Südtirol (2 Stunden). Zur Vernagthütte (2.755 m) über das Guslarjoch (3.311 m) braucht man 3 Stunden. Alle Wege sind Gletschertouren und verlangen Erfahrung und Ausrüstung.
Gut zu wissen:
Von 1905 bis 1909 baute die Sektion Mark Brandenburg des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins (DuOeAV) die Hütte. Das Material wurde mit Maultieren und Menschenkraft hinaufgeschafft. Nach dem ersten Hüttenwirt Max Ehrich ist die Ehrichspitze benannt. Ab September 1915 hielt die k.k. Gebirgstruppe hier Skikurse ab, einer der Ausbilder war Luis Trenker. Anfang 1956 übernahm die Sektion Berlin die Hütte und sanierte sie bis 1964 grundlegend.