Hochalpine Hütte am Niederjoch im Schnalskamm
Am Niederjoch im Schnalskamm der Ötztaler Alpen, an der Grenze zwischen Tirol und Südtirol, liegt auf 3.019 m die Similaunhütte. Sie steht unweit der Grenze auf italienischem Gebiet im Naturpark Texelgruppe. Betrieben wird sie von der D. Pirpamer Markus GmbH: eine private Hütte, die wie eine Alpenvereinshütte geführt wird.
Auf den „Hochtouren Dreitausender im Ötztal“ übernachten wir hier. Von der Similaunhütte aus geht es auf den Similaun (3.597 m), die Fineilspitze (3.516 m) und den Hauslabkogel (3.403 m). Die Schwierigkeit der fünftägigen Tour ist als leicht eingestuft.
Übernachten auf der Similaunhütte
Die Vorgängerin der heutigen Hütte hatte zehn Schlafplätze und wurde 1906 erweitert. Im Sommer 2013 wurde die heutige Hütte wesentlich erweitert. Zwischen den Weltkriegen kam eine Zentralheizung hinzu.
Zustieg zur Similaunhütte
Von Vent im Ötztal sind es 4½ Stunden zur Hütte. Der markierte Weg kommt von Norden an der Martin-Busch-Hütte vorbei und folgt der nordwestlichen Seitenmoräne des Niederjochferners. Ab der Martin-Busch-Hütte ist auch ein direkter Weg im Verlauf des ehemaligen Gletschers möglich.
Von Süden führt ein markierter Anstieg ab Vernagt im Schnalstal in 4 Stunden herauf. Die Rucksäcke kann dabei die Materialseilbahn übernehmen. Übergänge verbinden die Hütte in jeweils 4 Stunden mit dem Hochjochhospiz im Rofental und mit der Schöne-Aussicht-Hütte am Hochjoch.
Gut zu wissen:
Gebaut hat die Similaunhütte 1899 Serafin Gurschler, Wirt aus Kurzras, der auch die erste Schöne-Aussicht-Hütte errichtet hatte. 1912 übernahm Alois Platzgummer die Hütte, und sein gleichnamiger Sohn baute 1956 die Materialseilbahn. Von 1966 bis 1967 war die Hütte wegen der Unruhen und Sprengstoffanschläge in Südtirol beschlagnahmt und vom Militär besetzt. Seit 1970 ist sie wieder bewirtschaftet.
Anfang Juni werden über das Niederjoch an der Hütte vorbei Schafe vom Schnalstal ins Ötztal getrieben. Mitte September kehren sie auf demselben Weg zurück.